Häufig gestellte Fragen

  • Technische Dokumentation

  • Welche Informationen sollten vor dem Erstellen einer technischen Dokumentation bekannt sein?

    Bevor man eine technische Dokumentation erstellen kann, geht es zuerst darum einige grundlegende Informationen zu beschaffen.

    • Welche Vorgaben hat der Kunde an die Maschine bzw. das Produkt und hat er auch Anforderungen an die Technische Dokumentation?

    Über die Maschine bzw. das Produkt sollten grundlegende Dinge wie

    • Positionen und Einbauweise von Komponenten und Bauteilen oder der zeitliche Ablauf von Arbeitsschritten

    bekannt sein.

    Informationen sind in Unterlagen wie Lasten- und Pflichtenhefte, Design-Spezifikationen oder Besprechungsprotokolle zu finden und helfen eine technische Dokumentation zu erstellen.

  • Welche Bedeutung haben Überschriften in einer Betriebsanleitung?

    Der Benutzer blickt zuerst in das Inhaltsverzeichnis einer technischen Dokumentation. Darin möchte er schnell seine gesuchte Information finden. Die richtigen Überschriften der einzelnen Kapitel sind daher wichtig, um dem Nutzer eine einfache Art der Navigation durch das Dokument zu ermöglichen. Sind die Überschriften sinnvoll gewählt, kann der Benutzer sich leicht durch die Struktur und Inhalt der Anleitung durcharbeiten. Innerhalb des Textes kann der Autor seinen Text mit kleinen Zwischenüberschriften auflockern und diesen so einfacher und schneller lesbar machen.

  • Was umfasst die Verordnung 2016/425 für persönliche Schutzausrüstung in Hinsicht auf die technische Dokumentation?

    In Hinsicht auf die technische Dokumentation regelt die Verordnung 2016/425 die Angaben für die persönliche Schutzausrüstung. Eine vollständige Beschreibung der Schutzausrüstung sowie ihrer bestimmungsgemäßen Verwendung muss laut der Verordnung in den technischen Unterlagen des Produktes stehen. Weiterhin gehört eine Beurteilung von Risiken zu den Unterlagen der technischen Dokumentation. Darin ist festgehalten, vor welchen Gefährdungen die persönliche Schutzausrüstung schützen soll. Berichte über durchgeführte Prüfungen zur Ermittlung der Schutzklasse müssen ebenfalls in den Unterlagen vorhanden sein. Die Fundstellen der harmonisierten Normen, die bei Entwurf und Herstellung der Schutzausrüstung Anwendung fanden, sind auch ein Teil der Unterlagen.

  • Was ist wenn eine Betriebsanleitung sehr viele Warnhinweise enthält?

    Viele Warnhinweise in einer Betriebsanleitung können die Anleitung sehr unübersichtlich machen. Wenn viele Sicherheitshinweise hintereinander angeordnet sind, lösen diese in der psychologischen Wahrnehmung des Benutzers die falsche Reaktion aus. Viele Sicherheitshinweise führen dann dazu, dass der Benutzer diese schnell überfliegt und nicht beachtet.

  • Wie hilft ein Redaktionssystem beim Nachvollziehen der Entwicklungsstände meiner Betriebsanleitung?

    Ein Redaktionssystem erleichtert das Nachvollziehen von einzelnen Entwicklungsstände beim Erstellen einer Betriebsanleitung. Das Redaktionssystem erlaubt mit der eingebauten Versionierung die Änderungen in den einzelnen Ständen der Betriebsanleitung nachzuvollziehen. Dadurch kann man immer sehen, was sich in der letzten Version geändert hat. Jede Änderung an der Betriebsanleitung innerhalb des Redaktionssystems muss man zudem freigegeben, was die Kontrolle von Änderungen erleichtert.

  • Welche Hilfsmittel sind ratsam, um eine technische Dokumentation zu erstellen?

    Der redaktionelle Prozess um eine technische Dokumentation zu erstellen, kann sehr kompliziert sein. Normen und Richtlinien schreiben vor, welche Inhalte die technische Dokumentation beinhalten muss. Daher ist es ratsam auf entsprechende Hilfsmittel zurückzugreifen, wenn man eine Technische Dokumentation erstellt. So kann man beispielsweise eine Terminologieliste verwenden, welche einheitliche Formulierungen von Fachbegriffen enthält. Auch die sprachlichen Regelungen, Layoutvorgaben und die Informationsverteilung in der Dokumentation mittels einem Redaktionsleitfaden festzulegen ist sinnvoll. Auch der Einsatz entsprechender Software wie eines Redaktionssystems ist ein nützliches Hilfsmittel in der technischen Dokumentation.

  • Sollte eine technische Dokumentation mehr aus kurzen oder langen Sätzen bestehen?

    Um eine verständliche technische Dokumentation zu schreiben, ist der Stil beim Erstellen des Textes ein wichtiges Kriterium. Ist die Satzkonstruktion beispielsweise sehr kompliziert, verstehen die Leser die Inhalte der Dokumentation nicht. Viele Nebensätze erschweren das Lesen des Inhaltes und können für den Leser verwirrend sein. Kürzere und prägnante Sätze mit weniger als 20 Wörtern sind besser für die technische Dokumentation. Zu viele kurze Sätze wiederum könnten auf den Leser aufdringlich wirken. Es kommt also auf die wichtige Abwechslung von langen und kurzen Sätzen an.

  • Soll man in der Betriebsanleitung die Einnahme von leistungssteigernde Medikamente, Drogen oder Alkohol verbieten, wenn an der Maschine gearbeitet wird?

    Ja, es ist durchaus sinnvoll in der Betriebsanleitung die Einnahme von leistungssteigernden Drogen, Medikamente oder Alkohol zu verbieten. Vor allem im amerikanischen Markt nehmen viele Arbeitnehmer am Arbeitsplatz Mittel zur Leistungssteigerung ein. Alkohol spielt zudem bei einer großen Prozentzahl der Arbeitsunfälle eine Rolle. Alkoholkranke sind dabei häufiger in Unfälle verwickelt als gesunde Personen. Deshalb sollten auch im Umgang mit Maschinen eindeutige Regeln und Konsequenzen zum Umgang mit diesen Substanzen bekannt sein.

  • Wofür ein Glossar in einer technischen Dokumentation?

    In der technischen Dokumentation verwendet man ein Glossar, um Begriffe und Definitionen zu sammeln und darzustellen. Ähnlich einem Wörterbuch können diese Begriffe in der Betriebsanleitung entsprechend gesucht und nachgeschlagen werden.

  • Wann ist der Einsatz eines Redaktionssystems in der technischen Dokumentation sinnvoll?

    Der Einsatz eines Redaktionssystems in der technischen Dokumentation kann dann sinnvoll sein, wenn viele Betriebsanleitungen mit gleichen Inhalten zu erstellen sind. Das Erstellen, Verwalten, Publizieren und Übersetzen von Inhalten, die in der technischen Dokumentation häufig vorkommen, ist mit einem Redaktionssystem einfacher. Ebenso wenn die erstellten Dokumente häufig zu überarbeiten sind aufgrund Versionsänderungen, lohnt sich der Einsatz eines Redaktionssystems. Die integrierte Versionkontrolle erlaubt es, dass man Änderungen in den Bausteinen leicht nachvollziehen kann.

  • US-Betriebsanleitungen

  • Welche Anforderungen stellt die ANSI Z535.6 an Sicherheitsinformationen in US-Betriebsanleitungen?

    Die ANSI Z535.6 enthält aktualisierte Anforderungen an Sicherheitsinformationen in US-Betriebsanleitungen, US-Montageanweisungen und anderem dementsprechend relevanten Sicherheitsmaterial. Die Informationen dienen der Förderung zur effizienteren Entwicklung von Sicherheitsmeldungen. Die Normenreihe enthält dahingegen Anforderungen für eine breit ausgelegte Produktpalette. Der ANSI Z535.6 Standard definiert zudem die fünf Arten von Sicherheitshinweisen in US-Betriebsanleitungen:

    1. Section Safety Message (Abschnittsbezogene Warnhinweise)
    2. Grouped Safety Message (Zusammengefasste Sicherheitshinweise)
    3. Embedded Safety Message (Eingebettete Warnhinweise)
    4. Property Damage Message (Warnhinweise auf Sachschäden)
    5. Supplemental Directives (Ergänzende Anweisungen)
  • Warum sollte man in US-Betriebsanleitungen auf Schnittzeichnungen verzichten?

    In US-Betriebsanleitungen sollte man auf Schnittzeichnungen verzichten, da die Maschinenbenutzer nur selten ausgebildete Facharbeiter sind. Diese Abbildungen verstehen unerfahrenen Maschinenbedienern möglicherweise falsch, was zu Unfällen führen könnte.

  • US-Betriebsanleitung und die richtige Terminologie – Was muss beachtet werden?

    Wie wichtig ist Terminologie in US-Betriebsanleitungen? Die nachfolgenden Begriffe sollen zeigen, wie wichtig die Einhaltung der richtigen Terminologie bei der Erstellung einer US-Betriebsanleitung ist.

    May – Dieses Wort hat einen möglichen Handlungscharakter. Mit diesem Schlüsselwort ist angedacht, dass man etwas machen kann oder auch nicht.

    Shall – Dieser Ausdruck hat einen verbindlichen Charakter. Man muss dort das tun was mit diesem Schlüsselwort beschrieben ist.

    Should – Diesen Begriff sollte man beratend in der US Betriebsanleitung verwenden. Es ist dann zu verwenden, wenn etwas empfohlen ist.

  • Sollten die Farben der Signalwörter von Warnhinweisen in einer US-Betriebsanleitung farbig oder schwarz-weiß gehalten sein?

    Die Signalfarben von Signalwörtern in den Warnhinweisen von US-Betriebsanleitungen sollten in Farbe gehalten sein. Die vorgeschriebene Farbgebung ist Rot für Gefahr (Danger), Orange für Warnung (Warning) und Gelb (Caution) für Warnhinweise. Auch bei einem Schwarz-Weiß Druck der US-Betriebsanleitungen sorgen die Farben der Signalwörter trotzdem für eine bessere Differenzierung.

  • Was ist der Unterschied zwischen den US-Standards OSHA und ANSI in Bezug auf die Sicherheit im Maschinenbau für die USA?

    In den USA gibt es mit OSHA und ANSI zwei primäre Arten von Standards für die Anlagen- und Maschinensicherheit. Die allgemein gültigen Grundsätze der OSHA sind dahingegen die Mindeststandards für alle US-Bundesstaaten in Bezug auf die Anlagen- und Maschinensicherheit. Die OSHA-Standards werden von staatlicher Seite herausgegeben, deren Einhaltung verpflichtend vorgeschrieben ist.

    Der Standard ANSI (American National Standards Institute) ist durch private Organisationen veröffentlicht, deren Anwendung in der Regel nicht zwingend erforderlich ist. ANSI gibt produktübergreifende freiwillige Standards für Anlagen- und Maschinensicherheit heraus. Häufig finden sich zudem ANSI-Normen als Vertragsbestandteil wieder. Darüber hinaus fließen ANSI-Normen in die Standards von OSHA ein und spielen natürlich im Produkthaftungsfall eine wesentliche Rolle.

  • Kann man in US-Betriebsanleitungen das metrische System verwenden?

    Nein, das metrische System ist (alleine) in US-Betriebsanleitungen nicht brauchbar. Alle Massen, Gewichte, Drücke etc. müssen in den gängigen Einheiten der USA (SAE) angegeben sein. In Europa wird das internationale Einheitensystem (SI) für physikalische Größen verwendet.

    SI-Einheiten                                         SAE-Einheiten

    Meter                                                          Zoll (inch)

    kg                                                                 Pfund (pound)

    bar                                                               Pfund pro Quadratzoll (psi)

    Das metrische System kann zwar mit in der US-Betriebsanleitung dabeistehen, aber das angloamerikanische Maßsystem muss man verwenden.

  • Wofür dienen Section Safety Messages in den Sicherheitshinweisen von US-Betriebsanleitungen?

    Die Section Safety Messages sind in den Warnhinweisen von US-Betriebsanleitungen sogenannten abschnittsbezogene Warnhinweise. Diese legen Sicherheitsinformationen für einen Arbeitsgang oder für ein gewisses Thema in dem folgenden Kapitel oder Abschnitt dar. Damit sollen unnötige Wiederholungen oder die Unterbrechung des Leseflusses vermieden werden. Das Gefahrenzeichen muss bei den Warnhinweisen dabei vorangestellt sein. Bei der Warnstufe GEFAHR muss das Signalwort zudem zwingend mit in der US-Betriebsanleitung angegeben sein, bei den anderen Stufen ist die Angabe des Signalwortes optional.

  • Wofür dienen Grouped Safety Messages in den Sicherheitshinweisen von US-Betriebsanleitungen?

    Die Grouped Safety Messages in US-Betriebsanleitungen dienen zum Zusammenstellen aller oder der wesentlichen Sicherheitshinweise. Mit den zusammengefassten Sicherheitshinweisen ist ein sinnvolles Gruppieren der Sicherheitshinweise in US-Betriebsanleitungen möglich. Die Grouped Safety Messages müssen dahingegen klar von nicht- Warnhinweisen getrennt sein. Der Titel der zusammengefassten Sicherheitshinweise muss einen klaren Sicherheitsaspekt verdeutlichen. Der Titel muss zudem ins Inhaltsverzeichnis der US-Betriebsanleitung aufgenommen werden. Mögliche Beispiele für den Titel dazu sind:

    • Basic Safety Instructions
    • Important Safety Instructions
    • Safety Manual
    • Safety First
  • Was ist in einer US-Betriebsanleitung der Unterschied zwischen Section Safety Messages und Grouped Safety Messages?

    Die Grouped Safety Messages (zusammengefassten Sicherheitshinweise) kommen am Anfang von einer US-Betriebsanleitung vor. Dahingegen stehen die Section Safety Messages (abschnittsbezogenen Warnhinweise) nur in einem gewissen Abschnitt oder Kapitel. Grouped Safety Messages bündeln alle Sicherheitsinformationen zentral an einem Punkt in der US Betriebsanleitung. Section Safety Messages finden dann Anwendung, wenn der Anwender Sicherheitsinformationen zu einem Abschnitt oder einem Arbeitsgang in der US-Betriebsanleitung benötigt.

  • Was regelt die amerikanische Behörde FDA im US Maschinenbau?

    Die FDA (Food and Drug Administration) regelt die gesetzlichen Vorschriften für Medizinische Produkte im US Maschinenbau. Diese umfassen die Regelungen von Produkten mit Strahlenschutzanforderungen wie z.B. Röntgengeräte, Ultraschallgeräte oder Laser für die meisten Anwendungsbereiche.

  • Übersetzung

  • Muss das Typenschild einer Maschine in die Amtssprache des Verwenderlandes übersetzt werden?

    Es gibt keine Forderung in der Maschinenrichtlinie, welche die Übersetzung des Typenschildes einer Maschine fordert. Jedoch sind alle für die Sicherheit relevanten Informationen und Warnhinweise in die jeweilige Amtssprache des Verwenderlandes zu übersetzen. Viele Kunden möchten aber trotzdem eine technische Übersetzung des Typenschildes, beispielsweise in die englische Sprache.

  • Was ist in der technischen Übersetzung der Unterschied zwischen einem Lektorat und einem Korrektorat?

    Der Unterschied zwischen einem Lektorat und einem Korrektorat in der technischen Übersetzung besteht im Inhalt des Textes. Das Lektorat handelt von der stilistischen und sprachlichen Begutachtung und Überarbeitung des Textes. Ein Lektor hat die Fähigkeit, den Gesamtüberblick über einen Text zu behalten und zudem Inhalte dem Nutzer verständlich zu übermitteln. Ein Korrektor hingegen kennt die grammatikalischen, orthografischen und typografischen Regeln einer Sprache und hat ein Auge für alle möglichen Fehler.

  • Wie genau funktioniert ein "Alignment" in einer technischen Übersetzung?

    Unter einem Alignment in einer technischen Übersetzung versteht man die Wiederverwendung von vorhandenen Übersetzungen. Durch Analyse von vorhandenen Übersetzungen und den Ursprungsdokumenten kann eine Software die Segmente ermitteln und in einem Translation Memory abspeichern. Das aus dem Alignment erstellte Translation Memory kann man dann für weitere Übersetzungen verwenden, um Übersetzungskosten zu sparen.

  • Was sind in der technischen Übersetzung die Besonderheiten der rumänischen Sprache?

    In der technischen Übersetzung ist Rumänisch eine romanische Sprache aus dem italischen Zweig des indogermanischen Sprachstamms. Rumänisch ist zudem die Amtssprache Rumäniens und der Republik Moldau. Bis 1862 schrieb man außerdem Rumänisch in kyrillischer Schrift. Heute umfasst das Rumänische Alphabet die Lateinschrift mit fünf Sonderzeichen:  î, ș, ț, ă, â

  • Kann eine kroatisch übersetzte Betriebsanleitung auch in Serbien verwendet werden?

    Es wäre besser eine technische Übersetzung in Serbisch anzufertigen. Zwar sind die beiden Sprachen eng verwandt und viele Serben verstehen auch Kroatisch, jedoch ist die Amtssprache im Land Serbisch. Serbien ist (aktuell) bei der Europäischen Union als Beitrittskandidat gelistet. Daher gilt die europäische Maschinenrichtlinie (noch) nicht für Serbien. Sobald es jedoch ein Mitglied der EU ist, muss eine Übersetzung in der Amtssprache Serbiens vorliegen. Stand 2019 wäre es theoretisch also möglich auch eine kroatisch übersetzte Betriebsanleitung in Serbien zu verwenden. Aus Haftungsgründen und aus Sicht der Benutzer ist dies aber nicht empfehlenswert.

  • Was ist in der technischen Übersetzung der Unterschied zwischen einer Normzeile und dem Wortpreis?

    Eine Normzeile in der technischen Übersetzung enthält 55 Anschläge einschließlich Leerzeichen. Normzeilen nutzen einige Dienstleistern in der Übersetzungsbranche, um den Umfang von technischen Übersetzungen einzuschätzen und abzurechnen. Wir nutzen die Wortanzahl, da sie uns und den Übersetzern eine genauere Angabe über den Umfang der Übersetzung gibt.

  • Technische Übersetzung – In welche Sprache sollte eine Betriebsanleitung für den indischen Markt übersetzt werden?

    Eine technische Übersetzung einer Betriebsanleitung für den indischen Markt sollte in englischer Sprache erfolgen. Zum einen eignet sich die Indische Sprache nicht gut für eine technische Übersetzung aufgrund des fehlenden Wortschatzes. Weiterhin gibt es in Indien viele unterschiedliche Sprachen, darunter u.a. Bengalisch, Hindi, Sanskrit, Tamil und Urdu. Englisch ist neben Hindi eine anerkannte Amts- und Unterrichtssprache in Indien. Daher ist es ratsam, die technische Dokumentation auch ins Englische zu übersetzen.

  • Welche Dateiformate kann ich Ihnen für eine technische Übersetzung schicken?

    Alle quelloffenen Dateiformate können Sie uns für eine technische Übersetzung schicken. Wir verarbeiten die gängigen Office Formate (wie Word, Excel oder Power Point) genauso wie die meisten anderen Dateiformate (z.B. IDMLs oder XMLs). Wir analysieren die Daten für die technische Übersetzung und nachdem die Daten verarbeitet sind, machen wir Ihnen ein Angebot auf Basis dieser Analyse. Sollten dabei Probleme auftreten, wenden wir uns an Sie und schauen nach einer Problemlösung.

  • Benötigen gebrauchte Altmaschinen aus Deutschland eine übersetzte Betriebsanleitung, wenn diese ins Ausland verkauft werden?

    Falls eine alte deutsche Maschine ins Ausland gehen soll, ist eine Technische Übersetzung für die Betriebsanleitung anzufertigen. Auch für alte Maschinen gilt die Produktsicherheitsrichtlinie. Diese ist im deutschen Recht auch als Produktsicherheitsgesetz bekannt. Die europäische Richtlinie fordert für die Sicherheit von Produkten eine Anleitung in der jeweiligen Amtssprache des Bestimmungslandes. Daher wäre ein Verkauf von einer Altmaschinen nach Frankreich nur mit einer Betriebsanleitung in der französischen Landessprache möglich.

  • Was sind in der technischen Übersetzung "Matches" bei einem Translation Memory System?

    In der technischen Übersetzung vergleicht ein Translation Memory System den Inhalt des aktuellen Segments im Ausgangsdokument mit Segmenten in derselben Sprache im Translation Memory. Das Programm sucht Segmente, die über eine ausreichende Menge gemeinsamen Inhaltes mit dem Dokument verfügen.

    Der Grad des "Matches" (Entsprechung oder Übereinstimmung, im Sinne von Deckungsgleichheit) zwischen dem Segment des Ausgangsdokuments und einem Translation Memory-Segment wird als Prozentzahl ausgedrückt. Deckt sich zum Beispiel der Inhalt eines Translation Memory-Segments exakt mit dem Dokumentsegment, handelt es sich um einen 100 %-Match. Bei einem 100 %-Match muss zudem der gesamte Inhalt (alle Zeichen und Zeichenformatierungen) des Segments im Ausgangsdokument mit dem Inhalt des Translation Memory-Segments exakt identisch sein.

    Wenn ein Dokumentsegment und ein Translation Memory-Segment exakt übereinstimmen und den gleichen Dokumentkontext verfügen, handelt es sich um einen Kontext-Match.

    Ein Match mit einer Übereinstimmung unterhalb von 100 % wird als Fuzzy-Match bezeichnet. Ein Fuzzy-Match kann jeden Wert zwischen 99 % und 1 % aufweisen.

  • Maschinensicherheit (Risikobeurteilung, CE-Kennzeichnung)

  • Warum darf ein Hersteller mit seiner CE-Kennzeichnung nicht Werbung machen?

    Gerichte haben bereits mehrfach in der Vergangenheit entschieden, dass Werbung mit der CE-Kennzeichnung wettbewerbswidrig ist. Diese Entscheidung beruht darauf, dass das CE-Kennzeichen kein Prüfzertifikat ist sondern eine Selbstauskunft des Herstellers. Die Selbstauskunft bescheinigt die Konformität des Produktes mit den Anforderungen aus verschiedenen EU-Richtlinien. Verbraucher lasse sich durch Werbung von „CE-geprüften“ Produkten irritieren, da diese eine Prüfung durch unabhängige Dritte suggerieren.

  • Darf neben der CE-Kennzeichnung auf Produkten auch noch andere Kennzeichen angebracht sein?

    Es ist nicht verboten neben der CE-Kennzeichnung auf dem Produkt auch noch andere Arten von Kennzeichen anzubringen. Solange diese anderen Zeichen zur Verbesserung des Verbraucherschutzes beitragen, ist eine solche Kennzeichnung erlaubt. Beispielsweise gibt es das GS-Zeichen als gesetzlich geregeltes Gütesiegel zu Werbezwecken. Eine Verwendung des GS-Zeichens ist freiwillig und das Fehlen solch eines Gütesiegels hat keine rechtlichen Auswirkungen. Das GS-Gütesiegel hat auch im Gegensatz zum CE-Zeichen (Warenverkehrszeichen) keine Bindungswirkung. Die CE-Kennzeichnung ist die einzige Kennzeichnung mit der der Hersteller die Konformität seines Produktes mit den Anforderungen der EU-Richtlinien bescheinigt.

  • Darf das CE-Zeichen mit einem Aufkleber an das Produkt angebracht werden?

    Die CE-Kennzeichnung muss in jedem Fall laut der Maschinenrichtlinie sichtbar, lesbar und dauerhaft am Produkt angebracht sein. Diese Forderung zeigt, dass es nicht möglich sein darf einen Aufkleber unter normalen Umständen zu entfernen ohne Spuren zu hinterlassen. Es gibt sogar Produktnormen, welche einen Abreibtest mit Wasser und Lösungsbenzin vorschreiben. Die Anbringung eines CE-Zeichens mit einem Aufkleber ist daher nur gestattet, wenn der Aufkleber die Anforderungen der Maschinenrichtlinie erfüllt.

  • Welcher Fehler passiert am häufigsten bei der Anbringung des CE-Zeichens am Produkt?

    Der häufigste Fehler in Verbindung mit der CE-Kennzeichnung am Produkt ist ein falsches Schriftbild der beiden Buchstaben CE. Die Proportionen der beiden Buchstaben sind fest vorgeschrieben und müssen bei Vergrößerung oder Verkleinerung bestehen bleiben. Der mittlere Strich im Buchstabe „E“ ist dabei sehr häufig zu lange gezeichnet und mit dem oberen und unteren Bogen gleichgesetzt. Der mittlere Strich muss aber kürzer sein. Im Anhang der Maschinenrichtlinie ist das genaue Schriftbild der CE-Kennzeichnung mit einem Kästchenmuster versehen, der den Schriftzug CE maßstabsgetreu abbildet.

  • Bedarf eine unvollständige Maschine einer CE-Kennzeichnung, wenn diese in einer explosionsgeschützten Umgebung zum Einsatz kommt?

    Obwohl eine unvollständige Maschine laut Maschinenrichtlinie kein CE-Kennzeichnung erhalten darf, sieht dies anders aus wenn diese in einer explosionsgeschützten (EX-) Umgebung zum Einsatz kommt. In diesem Fall greift die ATEX-Richtlinie, da diese Richtlinie die speziellen Gefährdungen in einer EX-Umgebung besser abgedeckt. Die ATEX-Richtlinie fordert zudem eine CE-Kennzeichnung für jede Art von Geräten, welche in einer EX-Umgebung zum Einsatz kommt. Der Hersteller kann eine Einbauerklärung für die unvollständigen Maschine erstellen, welche sich auf die ATEX-Richtlinie und Maschinenrichtlinie beziehen. Damit deckt der Hersteller sowohl die Anforderungen der unvollständigen Maschine nach der Maschinenrichtlinie ab wie auch die Forderung nach einer CE-Kennzeichnung nach der ATEX-Richtlinie.

  • Gilt die CE-Kennzeichnung auch für Maschinen, die nach Russland exportiert werden?

    Die CE-Kennzeichnung hat in Russland keine Gültigkeit. Dort ist ein anderes Konformitätsverfahren anzuwenden wie die CE-Kennzeichnung im europäischen Raum. Russland ist Mitglied der Eurasischen Zoll- und Wirtschaftsunion (EAWU). Zu den Mitgliedern zählen neben Russland auch Kasachstan, Armenien, Kirgisistan oder Weissrussland. Dort gilt seit dem Jahre 2013 das EAC-Kennzeichen (Eurasian Conformity) welche sich inhaltlich dem europäischen CE-Zeichen ähnelt.

  • Ist es sinnvoll eine natürliche Person in der Konformitätserklärung als bevollmächtige Person anzugeben?

    Die bevollmächtigte Person zum Zusammenstellen der technischen Unterlagen muss in der Konformitätserklärung angegeben sein. Diese muss auf Verlangen einer Behörde alle geforderten technischen Dokumente für eine Maschine zusammenzustellen und herausgeben. Der Aussteller der Konformitätserklärung kann auch eine juristische Person angeben, also zum Beispiel den Namen des Herstellers. Auch kann der Unterzeichner der Konformitätserklärung die bevollmächtigte Person sein zum Zusammenstellen der technischen Unterlagen. Eine andere natürliche Person anzugeben ist eigentlich weniger sinnvoll, da diese Person möglicherweise auch mal das Unternehmen wechselt. Zudem liefert man bei der Angabe von natürlichen Personen den Anwälten im Falle eines Produkthaftungsfalles den Namen eines potenziellen Zeugen.

  • Kann der Betreiber einer Maschinen-Anlage auch gleichzeitig der Hersteller sein?

    Der Betreiber einer Anlage (mehrere Einzelmaschinen) kann auch die Stellung eines Herstellers einnehmen und für die CE-Kennzeichnung zuständig sein, wenn er mehrere Maschinen so anordnet, dass diese zusammenarbeiten und ein gemeinsames Produktionsziel (Herstellung eines Produktes) verfolgen. Dise ist der Fall wenn Maschinen mechanisch und/oder steuerungstechnisch miteinander verbunden sind. In diesem Fall muss der Betreiber die Anlage auf Ihre Risiken mittels einer Risikobeurteilung bewerten. Zudem muss er eine technische Dokumentation für die Anlage erstellen und ein übergeordnetes Konformitätsbewertungsverfahren zur Erlangung der CE-Kennzeichnung für die Anlage durchführen.

  • Genügt eine CE-Kennzeichnung bei einer Maschinenanlage, welche aus vielen Maschinen besteht?

    Besteht eine Maschinenanlage aus mehreren Maschinen unterschiedlicher Hersteller muss jede Maschine auch mit einem eigenen CE-Kennzeichnung ausgestattet sein. Bei größeren Produkten, Maschinen oder Anlagen darf die CE-Kennzeichnung zudem nicht „irgendwo“ beliebig angebracht sein. Das CE-Zeichen findet man dann gewöhnlich auf dem Typenschild der jeweiligen Maschine. Damit befindet sich zudem die Kennzeichnung auch in unmittelbarer Nähe zu den Kontaktangaben des jeweiligen Herstellers.

  • Kann die Reparatur einer Maschine zum Verlust der CE-Kennzeichnung führen?

    Die Instandsetzung bzw. Reparatur einer Maschine mit CE-Kennzeichnung soll das Produkt wieder in seinen Ursprungszustand setzen. Defekte Komponenten ersetzt der Hersteller gegen baugleiche Teile. Das Produkt entspricht bezüglich seiner Gefährdungsbewertung dann dem Zustand als es die CE-Kennzeichnung erhalten hat. Haben sich die grundlegenden Funktionen des Produktes nicht verändert, führt dies nicht zu einem Verlust der CE-Kennzeichnung.

  • Sicherheits- und Warnhinweise

  • Welche Symbole und Sicherheitszeichen müssen Warnhinweise in der technischen Dokumentation enthalten?

    Die ISO 7010 schreibt vor, welche Symbole und Sicherheitszeichen in den Warnhinweisen innerhalb der technischen Dokumentation zur Anwendung kommen dürfen. Die Symbole und Sicherheitszeichen dienen dazu die beschriebenen Gefährdungen mehr oder weniger abstrakt visuell darzustellen.

  • Wie wird das Kapitel Sicherheitshinweise in der Betriebsanleitung gegliedert?

    Für die Gliederung des Kapitels Sicherheitshinweise in der Betriebsanleitung bieten sich verschiedene Hierarchien an:

    • Chronologisch (entsprechend der Lebensphasen der Nutzung)
    • Von offensichtlichen Gefährdungen bis hin zu versteckten/unbekannten Gefährdungen
    • Zielgruppenspezifisch (wenn es mehrere Zielgruppen gibt)
  • Wann ist es sinnvoll einen Warnhinweis in der technischen Dokumentation in mehrere aufzuteilen?

    Es ist sinnvoll, einen Warnhinweis in mehrere aufzuteilen, wenn sich durch das Risiko sowohl Personen- wie auch Sachschäden ergeben können. Ein gutes Beispiel für die technische Dokumentation im Maschinenbau ist hier der Transport einer Maschine. Beim Transport besteht die Gefahr, dass eine schwebende Maschine durch Herunterfallen einen Menschen verletzt wie auch die Maschine beschädigt. Übernimmt man beide Gefahren in einen Warnhinweis, übersieht man möglicherweise die zweite Gefahr. Hier ist es sinnvoll, den Warnhinweis in der technischen Dokumentation aufzuteilen und nach Personen- und Sachschäden aufzutrennen.

  • Was ist in der technischen Dokumentation der Unterschied zwischen einem Sicherheitshinweis und einem Warnhinweis?

    In der technischen Dokumentation verwenden Autoren die Begriffe Sicherheitshinweis und Warnhinweis häufig synonym. Dabei haben die Begriffe doch unterschiedliche Bedeutungen.

    Sicherheitshinweise sollen dem Benutzer den sicherheitsgerechten Umgang mit dem Produkt grundlegend erklären. Ein Sicherheitshinweis ist didaktisch aufbereitet und steht in der Regel ohne Signalwort in der technischen Dokumentation. Sicherheitshinweise stehen zudem vorangestellt in einem eigenen Sicherheitskapitel in der Betriebsanleitung.

    Ein Warnhinweis soll die Aufmerksamkeit des Benutzers hingegen auf ein konkretes Risiko lenken und zur Gefahrenvermeidung anleiten. Die Hervorhebung des Hinweises durch ein Signalwort ist erforderlich um die Information als Warnhinweis zu kennzeichnen. Die Warnhinweise stehen zu Beginn der Kapitel der Betriebsanleitung oder innerhalb von Handlungssequenzen. Dabei soll der Warnhinweis den Zusammenhang (Lesefluss) nicht unnötig beeinträchtigen.

  • Wie groß müssen die Piktogramme in den Sicherheits- und Warnhinweisen einer Betriebsanleitung abgebildet sein?

    Die Erkennbarkeit von Piktogrammen bzw. Sicherheitszeichen in den Sicherheits– und Warnhinweisen einer Betriebsanleitung hängt von der Größe der Zeichen ab. Welche Größe ein Piktogramm bzw. ein Sicherheitszeichen haben muss, hängt von der Erkennungsweite ab. Dies ist die Weite, aus der das Sicherheitszeichen noch erkennbar ist.

    Folgende Werte sind bei der Erstellung von Sicherheitszeichen zu beachten:

    Erkennungsweite (m)    Schriftgröße (mm)      Durchmesser Verbots- und Gebotszeichen (mm)    Warnzeichen Basis (mm)

    0,5           2               12,5        25

    1               4               25           50

    2               8               50          100

  • Was sind die am häufigsten vorkommenden Warnungsfehler in den Warnhinweisen einer technischen Dokumentation?

    Eine nicht oder nicht angemessene erfolgte Warnung hinsichtlich eines vorhandenen Risikos des Produkts fällt in der technischen Dokumentation unter Warnungsfehler. Häufig vorkommende Warnungsfehler sind:

    • das Fehlen von Warnungen
    • unbzureichend beschriebene Warnungen
    • die falsche Platzierung von Warnungen sowohl räumlich als auch zeitlich

     

     

  • Was muss man in der Betriebsanleitung beachten in Bezug auf die Anbringungsorte von Warnschildern?

    Eine grafische Übersicht in der technischen Dokumentation über die Anbringungsorte von Warnschildern an einer Maschine hilft dem Benutzer der Betriebsanleitung. Da die DIN EN 82079-1 eine solche Übersicht fordert, sollte man dies bei der Erstellung einer Betriebsanleitung beachten. Auch können bei längerer Standzeit einer Maschine die Warnschilder an der Maschine abfallen oder unleserlich werden. Dann hilft eine Übersicht in der Betriebsanleitung, die Standorte für das Wieder- oder Neuanbringen von Warnschildern zu erläutern.

  • Welche Angaben benötigt man in der technischen Dokumentation für den Aufbau von Warnhinweisen?

    Um Warnhinweise in der technischen Dokumentation aufzubauen, muss man alle Gefährdungen und Gefährdungsereignisse aus der Risikobeurteilung extrahieren, sofern die mit Restgefahren verbunden sind. Für den Aufbau eines Warnhinweises benötigt man daher die Angaben über:

    • Art der Gefahr
    • Gefährdung/Gefährdungsereignis
    • Beschreibung der Gefährdung/des Gefährdungsereignisses
    • Risikoeinschätzung
    • Beschreibung der Restgefahr
    • Beschreibung der Schutzmaßnahmen, sofern es welche gibt
  • Was soll ein guter Warnhinweis in der technischen Dokumentation erreichen?

    Ein guter Warnhinweis in der technischen Dokumentation macht die Sinnhaftigkeit von Vermeidung und Verboten deutlich. Der Warnhinweis lässt Gefahren und Konsequenzen plausibel und nachvollziehbar erscheinen. Weiterhin spricht ein guter Warnhinweis den Leser direkt an. Ein guter Warnhinweis ist nicht länger als erforderlich aber mindestens so lang wie notwendig.

  • Kann für eine Maschine, welche in die USA geht, ein kombinierter Warnhinweis mit Personen- und Sachschäden angebracht werden?

    Die Warnhinweise für Maschinen, welche in die USA gehen, unterliegen der amerikanischen ANSI Norm. Diese fordert die strikte Trennung zwischen Personen- und Sachschäden. Personenschäden werden dafür je nach Schwere mit den Signalwörtern DANGER (Gefahr), WARNING (Warnung) und CAUTION (Vorsicht) versehen. Vor möglichen Sachschäden an der Maschine durch Fehlbenutzung warnt hingegen das Signalwort NOTICE (Hinweis).

  • Produkthaftung

  • Was passiert bei einem Unfall einer Maschine oder Anlage ohne die Betriebsanleitung oder Gebrauchsanleitung?

    Bei einem Unfall mit oder an einer Maschine oder Anlage ohne ausgelieferte Anleitung haftet der Maschinenhersteller vollständig im Sinne der Produkthaftung. Außerdem können weitere, rechtliche Verfahren wegen unlauterem Wettbewerb oder Verstoß gegen das Produktsicherheitsgesetz folgen.

    Die Marktaufsicht wird zudem wegen zu unrecht erfolgter CE-Kennzeichnung tätig. Diese kann das Produkt Stillsetzen, den weiteren Verkauf unterbinden, einen Produktrückruf veranlassen und/oder alle anderen Produkte des Herstellers ebenfalls überprüfen.

  • Worum geht es in der Produkthaftung?

    Generell handelt die Produkthaftung um den Ausgleich eventuell entstandener Folgeschäden wie Personen- und/oder Sachschäden aufgrund der Benutzung von Produkten. Im Sinne des Produktsicherheitsgesetzes kann jede hergestellte fertige oder auch unfertige Sache zunächst ein Produkt am Markt sein, wenn Menschen diese in irgendeiner Art und Weise verwenden. Dazu zählen:

    • Gegenstände für den privaten Gebrauch
    • Technische Arbeitsmittel
    • Nahrungsmittel für Menschen und Tiere
    • Stoffe und sonstige Materialien

    Fügt man fertige und/oder unfertige Produkte zu einem neuen zusammen bzw. verändert wesentlich ein bestehendes, erzeugt man im rechtlichen Sinne ein neues Produkt

  • Haften auch die Geschäftsführer im Falle der Produkthaftung?

    Der Hersteller eines Produkts darf seine Kunden nicht schädigen. Die Geschäftsführer eines Unternehmens sind dafür verantwortlich, dass alle notwendigen Maßnahmen ergriffen wurden, um möglichen Schäden durch Ihre Produkte einzudämmen.

    Der Hersteller eines Produkts unterliegt der sogenannten Verkehrssicherungspflicht. Selbst wenn diese Aufgabe auf leitende Angestellte übertragen und delegiert sind, bleibt die Geschäftsführung in der Verantwortung, dass sie sorgfältig ausgeführt sind. Ebenso müssen die leitenden Angestellten ihrerseits entsprechende Sorgfalt walten lassen.

    Im Zweifelsfall muss der Geschäftsführer nachweisen, dass der Schaden auch bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt eingetreten wäre.

  • Was ist der Unterschied zwischen Produzentenhaftung und Produkthaftung?

    Produzentenhaftung: Im Gegensatz zur Produkthaftung liegt die Beweislast bei der Produzentenhaftung beim Kunden. Dieser muss nachweisen, dass der Hersteller grob fahrlässig gehandelt hat. Ebenso, dass das Produkt einen Fehler in den Bereichen Konstruktion, Fabrikation, Instruktion oder Produktbeobachtung aufweist. Die Produzentenhaftung gewinnt dort an Bedeutung, wo die Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz ausgeschlossen bzw. eingeschränkt ist.

    Produkthaftung: Der Hersteller haftet für die Gefahren die vom eigenen Produkt ausgehen nach § 1 ProdHaftG, ohne dass dazu ein Verschulden des Herstellers notwendig ist. Der Geschädigte muss nur nachweisen, dass zum Zeitpunkt des Schadens ein Fehler mit dem Produkt vorlag. Da nur der Umstand der fehlerhaften Herstellung ausschlaggebend ist, spricht man auch von der sogenannten „Gefährdungshaftung“.

  • Warum die Rechtsprechung in den USA aufgrund Produkthaftung so kompliziert ist?

    Es gibt keine einheitliche rechtliche Regelung der Produkthaftung in den USA. In den 50 Bundesstaaten gibt es unterschiedliche Rechtssysteme. Das US-Rechtssystem ist zudem mit 12 Berufungsgerichten auf Bundesebene total verzerrt. In Bezug auf die US Produkthaftung kann eine Betriebsanleitung auch nicht zu 100% richtig sein. Es gibt in den USA nichts, womit man in der Produkthaftung rechtssicher dasteht. Es gibt hierzu sehr viele verschiedenen Vorschriften zu beachten, welche über viele Gesetzeswerke verstreut sind.

  • Welche Bereiche der Gebrauchsanleitung betreffen die Produkthaftung?

    Die Produkthaftung legt ein besonderes Augenmerk in der Gebrauchsanleitung auf die Definition des Verwendungszweckes eines Produktes mit möglichen Einschränkungen. Weiterhin sind die Angaben zur Instandhaltung, Wartung oder Reparatur sowie die technischen Daten über Verbrauch, Leistung, usw. zu berücksichtigen.

  • Warum ist die US-Produkthaftung für deutsche Maschinenbauer und Ihrer technischen Dokumentation ein sprichwörtliches Minenfeld?

    Für deutsche Maschinenbauer ist die US-Produkthaftung sprichwörtlich ein Minenfeld. Das liegt nicht an der Konstruktion der Maschinen sondern mehr an der technischen Dokumentation. Eine EU konforme Betriebsanleitung ist nämlich nicht gleich tauglich im Sinne der US-Produkthaftung. Es gibt auch kein einheitliches Produkthaftungsgesetz wie in Deutschland. Die Zielgruppen in den USA sind gänzlich anders und auch das amerikanische Prozessrecht ist dort abweichender gestaltet als in Europa. Ein verlorener Prozess ist in Amerika eine extrem teure Angelegenheit.

  • Wie sollte ein allgemeiner Aufbau einer Betriebsanleitung für die USA aussehen, damit die Anleitung möglichst haftungssicher ist?

    Um eine Betriebsanleitung für die USA möglichst haftungssicher zu gestalten, muss diese vor allem klar, einfach und umfangreich gestaltet sein. Auf diese Punkte ist mehr Wert zu setzen als für eine deutsche Betriebsanleitung. Für den deutschen Markt setzt man zudem viel Wissen voraus und lässt viele Informationen weg. Fallen wichtige Informationen in einer Betriebsanleitung für die USA weg, ist diese aufgrund dessen nicht länger haftungssicher und führt zu rechtlichen Problemen. Wo in Deutschland für einen Handlungsablauf zehn Schritte ausreichen, um diesen zu erläutern, bedarf es in den USA viele mehr. Dem Leser einer US-Betriebsanleitung muss man exakt vermitteln, wann er etwas wie und mit welchem Werkzeug zu tun hat.

  • Wie verhält sich das Prozessrecht im Bezug auf Produkthaftungsfälle in den USA?

    Jeder Bundesstaat in den USA hat sein eigenes Rechtssystem. Bei Produkthaftungsfälle gibt es immer wieder neue Musterfälle an Prozessen. Diese werden zudem als Maßstäbe herangezogen. Fällt in einem Musterfall die Geld- oder Haftstrafe hoch aus, kann diese für nachfolgende, ähnliche Fälle ebenfalls in ähnlicher Höhe herangezogen werden.

  • Wie muss ein Hersteller von Maschinen, die ebenfalls in die USA exportiert werden, auf das Bekanntwerden von Produktfehler an seiner Maschine reagieren?

    Einem Hersteller von Maschinen fällt ein Produktfehler an seinem Produkt auf. Da er dieses Produkt auch in die USA exportiert, muss der Hersteller bei der zuständigen Behörde eine Meldung abgeben. Hersteller, Importeure, Distributoren und Einzelhändler müssen Produktfehler innerhalb von 24 Stunden nach Bekanntwerden des Fehlers melden. Die Meldung ist bei der amerikanischen Produktsicherheitsbehörde CPSC (Consumer Product Safety Commission) vorzunehmen.

    Eine Vernachlässigung der Meldepflicht von Produktfehler hat in den USA höhere Auswirkungen als in Deutschland. Hier ein Beispiel: Ein amerikanischer Haushaltsgerätehersteller hatte versäumt rechtzeitig der Behörde Meldung über Produktfehler aus zwei Modellen von Geschirrspülern zu machen. Bei einer bestimmten Anzahl von Geschirrspülmaschinen bestand eine Brandgefahr und das Risiko von ernsthaften Verletzungen. Im Rechtsstreit einigte der Hersteller sich darauf, eine Strafzahlung von 3,5 Millionen US-Dollar zu bezahlen. Schwerer als diese Strafzahlung dürfte der ausgelöste Imageschaden sein, da der Rechtsstreit öffentlich publik war.