Glossar

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A

Anforderungen der Maschinenrichtlinie an die Technische Dokumentation

Die Maschinenrichtlinie stellt verschiedene Anforderungen an die Technische Dokumentation. Dabei wird unterschieden zwischen vollständigen und unvollständigen Maschinen.

Animation

Eine 3D-Animation ist eine Aneinanderreihung von Ansichten/Bildern, welche zusammen eine Videosequenz ergeben. In einer solchen Sequenz können unterschiedliche Objekte bzw. Szenarien dargestellt werden.
Erklärungsbedürftige Produkte und komplexe Prozesse oder Anwendungen gewinnen durch die 3D-Animation an Verständlichkeit und Eindeutigkeit. 3D-Animationen machen versteckte Eigenschaften transparent und fokussieren das Auge des Betrachters auf wichtige Details eines Bilds. Sie ermöglichen dem Betrachter, einen räumlichen Eindruck von Ihrem Produkt oder Ihrer Maschine zu bekommen.
Die Erstellung einer 3D-Animation ist möglich, während die Produkte selbst noch in der Planung oder Produktion sind.

Amtssprache

Die Amtssprache ist die im Sprachenrecht verbindlich geregelte Sprache eines Landes oder Staates, die für die Regierung und alle staatlichen Stellen untereinander und gegenüber den Bürgern gilt. In der Amtssprache werden Verwaltungsakte und Normen verfasst, Auskünfte an Bürger erteilt, Verhandlungen geführt und protokolliert.
B

Betriebsanleitung

Jeder Hersteller, der im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) eine Maschine in Verkehr bringt, muss der Maschine eine Betriebsanleitung beilegen. Dies wird im Anhang I der "neuen" Maschinenrichtlinie 2006/42/EG (gültig seit dem 29.12.2009) gefordert. Diese Forderung galt aber selbstverständlich auch schon bei der "alten" Maschinenrichtlinie 98/37/EG.

Barrierefreiheit von Anleitungen

Eine Anleitung ist barrierefrei, wenn sie von einer möglichst großen Anzahl von Personengruppen genutzt und verstanden wird.
Die barrierefreie Nutzung ist besonders wichtig bei Anleitungen in elektronischer Form. Hierbei muss z. B. bei einer Multimedia-DVD oder einem Internet-Auftritt gewährleistet sein, dass das Betrachten der Anleitung ohne zusätzliche Software ermöglicht wird.
Navigationselemente in der Anleitung müssen dahingehend ausgewählt und gestaltet sein, dass das Auffinden, Verstehen und ggf. auch Ausdrucken von Informationen einfach möglich ist.
Ist es vorhersehbar, dass zu der Nutzergruppe der Anleitung Personen mit Seh- oder Hörbehinderungen gehören, muss die Anleitung mit entsprechenden Elementen (kontrastreiche Texte und Grafiken, Braille-Schrift, Audio-Beschreibungen oder der Einsatz von Gebärdensprache in Multimedia-Anwendungen) ausgestattet sein, um jeder Nutzergruppe die Anleitung zugänglich zu machen.
Aber auch die klassische Anleitung in Papierform kann durch eine kontrastreiche Darstellung von Texten und Grafiken und durch die Wahl einer für die Nutzergruppe angemessenen Sprache, Schriftart und -größe barrierefrei gestaltet werden.
C

CE-Kennzeichnung

Mit der CE-Kennzeichnung eines Produkts oder einer Maschine dokumentiert der Hersteller bzw. der Inverkehrbringer, dass bei der Konstruktion und Produktion des Produkts oder der Maschine alle erforderlichen Richtlinien eingehalten wurden. Nur bei Einhaltung aller Richtlinien ist die Kennzeichnung mit dem CE-Zeichen zulässig.
Da jedoch keine Überprüfung stattfindet, handelt es sich bei dem CE-Kennzeichen eher um eine Selbstauskunft des Herstellers oder Inverkehrbringers als um ein Qualitätsmerkmal.
D

Dokumentationsbevollmächtigter

Ein Dokumentationsbevollmächtigter muss die technischen Unterlagen einer bestimmten Maschine oder Anlage auf Verlangen innerhalb einer angemessenen Frist zusammenstellen und zur Verfügung stellen können.
Er ist jedoch nicht für den Inhalt und die Vollständigkeit der Dokumente verantwortlich. Diese Verantwortlichkeit liegt immer beim Hersteller oder Inverkehrbringer, vertreten durch den Geschäftsführer, der die EG-Konformitätserklärung/Einbauerklärung unterschreibt.
E

EG-Konformitätserklärung

Die EG-Konformitätserklärung ist das Dokument, mit dem der Hersteller oder der Inverkehrbringer eines Produkts durch seine Unterschrift erklärt, dass sein Produkt allen für dieses Produkt geltenden europäischen Richtlinien und den ggf. angewandten harmonisierten Normen entspricht. Erst die unterschriebene EG-Konformitätserklärung berechtigt dazu, das CE-Kennzeichen anzubringen! Wie die EG-Konformitätserklärung inhaltlich auszusehen hat, ist in den jeweiligen EG-Richtlinien festgelegt. Form und Aussehen sind dabei nicht vorgeschrieben.

Einbauerklärung

In der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ist geregelt, dass für eine unvollständige Maschine durch den Hersteller oder durch einen Bevollmächtigten eine Einbauerklärung auszustellen ist. Sie muss nach Anhang II B der Richtlinie den Hinweis enthalten, dass die Inbetriebnahme einer Maschine oder Anlage, in die diese Komponente eingebaut ist, solange untersagt ist, bis die Konformität mit der Richtlinie festgestellt ist. Außerdem muss die Einbauerklärung folgende Angaben enthalten:
• Firmenbezeichnung und Anschrift des Herstellers
• Beschreibung und Informationen zur Identifizierung (wie z. B. Bezeichnung, Funktion, Modell, Typ, Seriennummer, Handelsbezeichnung)
• Name und Anschrift des Verantwortlichen für die Dokumentation (dieser muss in der EG ansässig sein)
• eine Erklärung, welche Anforderungen der Maschinenrichtlinie angewendet sind, sowie eine Erklärung, dass die technischen Unterlagen nach Anhang VII B erstellt sind
• eine Verpflichtungserklärung, staatlichen Stellen auf begründetes Verlangen entsprechende Unterlagen zu übermitteln (auch die Form der Übermittlung ist anzugeben)
• Ort und Datum der Erklärung
• Angaben zu der Person, die die Einbauerklärung abgegeben hat
Zu beachten ist, dass für unvollständige Maschinen nach Maschinenrichtlinie eine „CE-Kennzeichnung" nicht zulässig ist. Die Einbauerklärung ersetzt seit dem 29. Dezember 2009 rechtsverbindlich die bisherige Herstellererklärung der Maschinenrichtlinie 98/37/EG vom 26. Juni 1998.
F

Fotorealistische Darstellung

Eine fotorealistische Darstellung oder auch Rendering ist das Ergebnis der Berechnung eines Bildes aus z. B. einer 3D-Konstruktionszeichnung mittels einer speziellen Computergrafik-Software. Ziel ist es dabei, dem Betrachter durch Hinzufügen von z. B. Reflexionen und Schatten etc. einen möglichst realistischen Eindruck der Materialität, der Größe und der Form des dargestellten Gegenstands zu vermitteln.

Fuzzy Index

In einem Translation-Memory-System wird jedes zu übersetzendem Segment mit einem Referenzsegment, d. h. mit bereits im System vorhandenen Übersetzungen, verglichen. Stimmt es zu 100% mit diesem überein (d. h., die Übersetzung ist genauso schon vorhanden), handelt es sich um ein Full oder Perfect Match. Ist es dem Referenzsegment ähnlich, handelt es sich um ein Fuzzy Match (übersetzt "unscharfer Treffer").
Mittels eines Algorithmus wird ein Prozentsatz errechnet, der dem Übersetzer angibt, wie viel Prozent des neuen Segments und des Referenzsegments übereinstimmen. Dieses dient als Grundlage zur Berechnung, z. B. bei Angeboten, sowie zur Entscheidung, ob ein Segment neu übersetzt werden muss oder nur angepasst wird.
G
H

Harmonisierte Normen

Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG legt allgemein gültige grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen fest. Diese Anforderungen sind für den Hersteller verbindlich und müssen eingehalten werden. Die harmonisierten Normen unterstützen den Hersteller und verdeutlichen die Anforderungen aus dem Anhang I der Maschinenrichtlinie.
Die Verwendung harmonisierter Normen löst die sogenannte Vermutungswirkung aus. Werden harmonisierte Normen angewendet, wird also regelmäßig davon ausgegangen, dass die Konformität mit den Richtlinien, die von diesen Normen abgedeckt werden, eingehalten wird.

Hauptschalter-Farbe

Welche Farbe der Hauptschalter haben muss, ist in der Norm EN 60204-1 beschrieben. Dort heißt es u. a.:
Wenn der Hauptschalter auch eine NOT-HALT/-AUS-Funktion realisiert, dann muss er Rot-Gelb ausgeführt sein.
Wenn der Hauptschalter nicht als NOT-HALT/-AUS-Befehlseinrichtung genutzt werden kann, darf er nicht Rot-Gelb ausgeführt sein.
So verwendete Hauptschalter sind dann vorzugsweise in Schwarz auszuführen. Möglich sind aber auch Weiß oder Grau.
Nach EN 60204-1, Abs. 10.7.4 u. 10.8.4 darf der Hauptschalter auch als NOT-HALT/-AUS-Befehlseinrichtung wirken, wenn
• er für den Bediener leicht erreichbar ist und
• er nach einer Art wie im Abs. 5.3.2 beschrieben ausgeführt ist (Lasttrennschalter, Trennschalter nach IEC 60947-3 oder jedes andere Schaltgerät, welches die Anforderungen an Trenneinrichtungen von IEC 60974-1 erfüllt).

HMI (Human Machine Interface)

Die Benutzerschnittstelle oder auch Nutzerschnittstelle ist die Stelle oder Handlung, mit der ein Mensch mit einer Maschine oder einem Arbeitsgerät in Interaktion tritt.
I

Illustration

In der Technischen Dokumentation werden Illustrationen verwendet, die den schriftlich beschriebenen Arbeitsschritt im Bild verdeutlichen. Die Illustration ist eine reine Grafik, die ohne Text auskommt und so internationale Verwendung findet und Übersetzungskosten einspart. Grundlage für die Illustration in der Technischen Dokumentation können 3D-Daten oder technische Zeichnungen sein. In den Grafiken kann eine Konzentration auf das Wesentliche erfolgen und verdeckte Komponenten besser dargestellt werden.
J
K

Konkordanzsuche

Bei der Konkordanzsuche handelt es sich um eine Funktion, die die Suche nach Satzfragmenten (z. B. einem Wort, einer Phrase) in einem Translation-Memory-System ermöglicht.
Das System zeigt alle Übersetzungseinheiten an, in denen das gesuchte Fragment enthalten ist.
Die Konkordanzsuche dient dem Übersetzer dazu, sich während des Übersetzungsprozesses die Übersetzung eines Begriffs oder einer Phrase in verschiedenen Kontexten anzeigen zu lassen, um eine einheitliche Verwendung der übersetzten Begriffe und Phrasen zu gewährleisten.
Beispiel: Der Satz: "Öffnen Sie die Abdeckung." soll übersetzt werden. Da je nach Kontext verschiedene Übersetzungen für "Abdeckung" verwendet wurden, gibt der Übersetzer das Wort "Abdeckung" in der Konkordanzsuche ein. Die Ergebnisse werden ihm angezeigt und er kann aus den vorhandenen Übersetzungen die Richtige wählen.

Korrektorat

Ein Korrektor ist eine Person, die Druckvorlagen hinsichtlich Rechtschreibung, Grammatik, Typografie, Stil, Interpunktion, sachlicher und teilweise auch inhaltlicher Richtigkeit überprüft und Fehler zur Korrektur anzeichnet. Die Arbeit eines Korrektors bzw. das Ergebnis derselben und auch die von Korrektorinnen und Korrektoren gebildete Abteilung eines Verlags o. Ä. wird als Korrektorat bezeichnet.

Kontex-Match

Ein Kontext-Match ist höherwertiger als ein 100 %-Match. Bei einem Kontext-Match muss es sich um einen 100 %-Match zwischen dem Translation Memory-Segment und dem Dokumentsegment handeln und beide Segmente müssen den gleichen Dokumentkontext aufweisen. Ein Dokumentsegment und ein Translation Memory-Segment verfügen über den gleichen Kontext, wenn ihre jeweils vorausgehenden Segmente identisch sind. Das Kontext-Matching ist möglich, weil im Translation Memory Kontextinformationen gespeichert werden. Wenn Sie einem Translation Memory eine neue Übersetzung hinzufügen, werden drei Segmente hinzugefügt (das Segment des Ausgangsdokuments; die Segmentübersetzung; das Segment, das dem Segment des Ausgangsdokuments vorausgeht). Wenn es kein vorausgehendes Segment gibt, werden andere Kontextinformationen geladen, z. B. die Angabe, dass es sich bei dem Segment um den Dokumentheader handelte. Beim Anzeigen der Inhalte des Translation Memorys können die Kontextsegmente nicht eingesehen werden.
L

Lektorat

Ein Lektorat ist eine Form der Textbeurteilung oder eine mit dem Auftraggeber abgestimmte Textüberarbeitung. Lektoren fertigen Lektorate an und prüfen, ob die genretypischen Aspekte (Sprache, Ausdruck, Stil) der Textgattung und des Mediums eingehalten werden.
M

Maschinenanlage

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Gesamtheit von Maschinen auch als Maschinenanlage bezeichnet.
Gemäß der Definition einer Maschine im Sinne der Maschinenrichtlinie sind Kriterien festgelegt, denen eine Maschinenanlage entsprechen muss, um als Gesamtheit von Maschinen zu gelten: "Eine Gesamtheit von Maschinen muss, damit sie zusammenwirkt, so angeordnet sein und betätigt werden, dass sie als Gesamtheit funktioniert."

Maschinenrichtlinie

Die Maschinenrichtlinie ist ein Regelwerk des Europäischen Wirtschaftsraums. Alle Hersteller von Maschinen, die einem Mitgliedststaat des EWR angehören, sind verpflichtet, ihre Maschinen nach den Vorgaben der Maschinenrichtlinie zu erstellen.
Seit dem 29.12.2009 gilt die derzeit aktuelle Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.

Maschine (unvollständig/vollständig)

Eine unvollständige Maschine ist laut Maschinenrichtlinie eine „Gesamtheit, die fast eine Maschine bildet“. Das Kriterium der Abgrenzung zur vollständigen Maschine ist, dass die unvollständige Maschine an sich keine bestimmte Funktion erfüllen kann.

Modularisierung

Modularität (auch Baustein- oder Baukastenprinzip) ist die Aufteilung eines Ganzen in Teile, die als Module, Komponenten, Bauelemente, Baugruppen oder Bausteine bezeichnet werden. Bei geeigneter Form und Funktion können sie zusammengefügt werden oder über entsprechende Schnittstellen interagieren.
N

Not-Aus-Taster

Der Notausschalter, auch Not-Aus-Schalter geschrieben oder Not-Aus genannt, ist ein Schalter an Maschinen, Fahrzeugen und Anlagen. Er dient dazu, diese im Gefahrenfall oder zur Abwendung einer Gefahr vom Stromnetz zu trennen.
O

Originalbetriebsanleitung

Der Hersteller jeder Maschine muss mindestens eine Betriebsanleitung in der Amtssprache des Herstellerlands beilegen. Diese Betriebsanleitung wird als "Originalbetriebsanleitung" bezeichnet und muss auch so gekennzeichnet sein (siehe auch den Punkt "Betriebsanleitung").
Ist die Amtssprache im Verwenderland eine andere als im Herstellerland, so ist zusätzlich eine Übersetzung der Originalbetriebsanleitung erforderlich.
P

Performance Level

Der Performance Level (PL) ist Teil der Risikobeurteilung nach EN ISO 13849. Der PL wird in fünf Stufen unterteilt, die zwischen "a" und "e" liegen, wobei "a" diejenige Stufe mit einem niedrigen Beitrag und "e" diejenige mit einem hohen Beitrag zur Risikominimierung darstellt.

Perfect Match

Bei einem PerfectMatch handelt es sich um eine Variante des Kontext-Matches, bei der aktualisierte Ausgangsdateien mit einem entsprechenden Satz alter zweisprachiger Dokumente verglichen werden anstatt mit einem Translation Memory. Übereinstimmende Segmente, in diesem Fall PerfectMatch-Einheiten (XUs) genannt, werden im Kontext überprüft. Es werden also die Einträge davor und dahinter dahingehend überprüft, ob sie gleich lauten. Dann werden sie aus den alten zweisprachigen Dateien extrahiert und in die aktualisierten Ausgangsdateien übertragen. Da im Rahmen des Zuordnungsprozesses von PerfectMatch-Einheiten auch der Kontext überprüft wird, erfordern XU-Segmente im Allgemeinen keinerlei weitere Bearbeitung bei der Übersetzung.
Q

Quellsprache

Unter der Ausgangssprache, auch Quellsprache, Ursprungssprache oder engl. Source Language, versteht man in der Übersetzungswissenschaft die Sprache, von der aus in eine andere übersetzt werden soll.
R

Redaktionssysteme

Professionelle Redaktionssysteme basieren auf dem Konzept der Modulstruktur. In einzelnen Informationsbausteinen werden die verschiedenen Komponenten einer Maschine oder Anlage beschrieben, Grafiken abgelegt oder Technische Daten festgehalten. Die einzelnen Informationsbausteine - partiell auch in unterschiedlichen Sprachen - stehen in einem zentralen Datenpool jedem zur Verfügung.
Eine neue Dokumentation wird aus bestehenden Bausteinen zusammengestellt und ggf. um neue ergänzt.

Risikobeurteilung

Der Begriff Risikobeurteilung wird in der aktuellen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG verwendet und ersetzt den in der Maschinenrichtlinie 98/37/EG geprägten Begriff Gefahrenanalyse.
Ganz neu ist der Begriff allerdings nicht, denn dieser wurde bereits in der DIN EN 1050, die 1996 erschienen ist, anstelle des Begriffs Gefahrenanalyse verwendet.
S

Standardisierung

Unter Standardisierung der Technischen Dokumentation versteht man die einheitliche Verarbeitung und Ausgabe von Technischen Inhalten. Dies reicht von der Entwicklungsdokumentation bis hin zur Gebrauchsanweisung/ Bedienungsanleitung.

Synonym

Synonyme oder Synonyma sind Begriffe, die den gleichen oder einen sehr ähnlichen Bedeutungsumfang haben.
T

Technische Dokumentation

Der Bereich der Technischen Dokumentation umfasst alle Unterlagen, die Informationen zur Aufstellung, Montage, Inbetriebnahme, Bedienung und zum Service liefern und entsprechend der jeweiligen Zielgruppe aufbereitet sind. Großformatige Übersichtszeichnungen, Schaltpläne, Stromlaufpläne oder ähnliches können ebenfalls Bestandteil einer Technischen Dokumentation sein.
Im Allgemeinen werden diese Unterlagen in Papierform beigelegt. Allerdings kommen seit einiger Zeit auch andere Medien zum Einsatz, wie z. B. die Videodokumentation und/oder eine Animation.

Translation Memory-System

Translation Memory-Systeme (TM-System) zeichnen sich dadurch aus, dass bereits vorhandene Übersetzungen wiederverwendet und nicht noch einmal neu übersetzt werden müssen.
Bei allen Translation Memory-Systemen ist die generelle Funktionsweise gleich. Der Ausgangstext wird in sogenannte Segmente aufgeteilt. Diese bestehen entweder aus einem Satz oder einem Absatz. Nach der Übersetzung des Segments bilden der ausgangssprachliche und zielsprachliche Satz ein Sprachpaar. Erkennt das TM-System bei späteren Übersetzungen eine 100% Übereinstimmung zwischen dem zu übersetzenden und dem in der Datenbank abgespeicherten Segment, so wird der Text automatisch durch die vorhandene Übersetzung ersetzt. Beträgt die Übereinstimmung weniger als 100%, so werden dem Übersetzer in einem sogenannten Fuzzy-Index Übersetzungsvorschläge gemacht. Dadurch können geringfügige Änderungen, wie z.B. geänderte Bezeichnungen, schnell umgesetzt werden. Zusätzlich erhöht das die Qualität der Übersetzung, da auch die Terminologie wiederverwendet wird.
Die neu erzeugte Übersetzung vergrößert den Bestand der Datenbank, so dass sich der Einspareffekt bei jeder weiteren Übersetzung noch verstärkt.

Terminologie

Eine Terminologie ist die Menge aller Termini eines Fachgebiets. Sie ist Teil der Fachsprache, die zusätzlich über andere charakteristische Merkmale, etwa Phraseologie oder Grammatik, verfügt. Terminologien können beispielsweise in einem Wörterbuch, einem Glossar oder einem Thesaurus formuliert sein. Heute wird Terminologie meist digital und mehrsprachig verwaltet, z. B. in terminologischen Datenbanken. Dadurch entsteht ein kontrolliertes Vokabular, das wichtige Grundlage für die Technische Dokumentation und effiziente Übersetzungen ist. Die hierfür notwendigen Regeln zur Bildung einer kontrollierten und konsistenten Terminologie werden in einem sogenannten Terminologieleitfaden hinterlegt.
U

Übersetzung der Originalbetriebsanleitung

Ist die Amtssprache des Herstellerlands nicht die Amtssprache des Verwenderlands, muss die Originalbetriebsanleitung übersetzt und als "Übersetzung der Originalbetriebsanleitung" gekennzeichnet werden. Beide Dokumente müssen in das Verwenderland mitgeliefert werden.

Übersetzungsgerechtes Schreiben

Beim Übersetzungsgerechten Schreiben wird bereits beim Schreiben der Technischen Dokumentation darauf geachtet, sie so zu erstellen, dass sie Übersetzungen und eingesetzte Translation Memory Systeme berücksichtigt. Denn diese automatisierten Übersetzungsspeicher erkennen Satzpaare nur, wenn der Ausgangstext konsistent ist, d. h. die Sätze immer gleich aufgebaut sind und eine einheitliche Terminologie und Rechtschreibung verwendet wird. Es gibt einige Regeln, nach denen die Technische Dokumentation erstellt werden sollte, um spätere Übersetzungen zu berücksichtigen. Die wichtigsten Regeln sind: • es werden keine Synomyne verwendet
• die Satzstruktur sollte einfach gehalten werden, pro Satz eine Handlungsaufforderung darin vorkommen
• Illustrationen sollten kulturneutral sein, d.h. von Menschen in der ganzen Welt verstanden werden
• Füllwörter sollten vermieden werden
• eine logische Reihenfolge sollte immer eingehalten werden, d. h., erst wird die Ursache genannt, dann die Wirkung.

Unvollständige Maschine

Laut Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ist eine unvollständige Maschine "... eine Gesamtheit, die fast eine Maschine bildet, für sich genommen aber keine bestimmte Funktion erfüllen kann". Sie ist nur dazu bestimmt "..., in andere Maschinen oder in andere unvollständige Maschinen oder Ausrüstungen eingebaut [...] zu werden, um zusammen mit ihnen eine Maschine [...] zu bilden."
Als Beispiel nennt die Maschinenrichtlinie ein Antriebssystem.
Oft stellt sich auch die Frage, ob eine Maschine, der lediglich bestimmte Schutzeinrichtungen fehlen, als "unvollständige Maschine" betrachtet werden kann.
Diese Frage beantwortet der "Guide to Application of the Machinery Directive 2006/42/EC" folgendermaßen: "Machinery that can in itself perform its specific application but which only lacks the necessary protective means or safety components is not to be considered as partly completed machinery."
Übersetzt heißt das: Maschinen, die ihre spezifische Anwendung ausführen können, die aber nicht über die notwendigen Schutzvorrichtungen oder Sicherheitskomponenten verfügen, werden nicht als unvollständige Maschinen angesehen.
V

Verständlichkeit

Eine für die technische Dokumentation wichtige Bezeichnung, die zusammengefasst alle Elemente vereint, die der Verständlichkeit eines Texts dienen. Darüber hinaus zählt auch das im Gedächtnis behalten des Textinhalts dazu. Zu den Faktoren für die Verständlichkeit eines Texts gehören unter anderem die Satzlänge, Worthäufigkeit, Wiederholungen, die Textstruktur und damit verbunden der sogenannte "Rote Faden".
W
X
Y
Z

Zielsprache

Zielsprache steht für eine Sprache, in die bei einer Übersetzung aus einer anderen Sprache übertragen wird.
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